Kerngedanken

Logotherapie & Existenzanalyse

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Logotherapie und Existenzanalyse:

Am Anfang war die Suche nach Sinn

  • Was braucht es für ein gutes und gelingendes Leben? Spätestens, wenn wir zum Überleben haben, was wir brauchen, wollen wir wissen, wofür wir leben sollen. Als Menschen fragen wir nach existentiellem Sinn:
  • Wofür kann, will und soll ich in meinem Leben da sein?
  • Was ist mir wertvoll und wonach strebe ich?
  • Wofür nehme ich etwas auf mich?
  • Worum soll es in meinem Leben gehen: Hier und heute – auf längere Sicht – überhaupt?
  • Wie also will ich mein Leben führen? Woraufhin bin ich unterwegs? Wofür lebe ich? Darauf seine persönliche Antwort zu finden ist nicht unerheblich, um das eigene Dasein als relevant und erfüllt zu erleben.
  • Wofür lebe ich? Angesichts schwieriger Lebensumstände, in krisenhaften oder leidvollen Zeiten ist die Suche nach einer Antwort ebenso herausfordernd wie hilfreich, denn sie kann Halt, Orientierung und Perspektive stiften.
  • Wofür lebe ich? Diese Frage nach dem existentiellen Sinn stellte der Wiener Neurologe und Psychiater Viktor E. Frankl (1905 – 1997) in den Mittelpunkt des von ihm begründeten Beratungsansatzes, der Logotherapie (Logos = Sinn, Geist). Mit der personalen Existenzanalyse hat der österreichische Mediziner und Psychotherapeut Alfried Längle (geb. 1951) Frankls Ansatz erweitert und als psychotherapeutisches Verfahren eingeführt. Neben der Frage nach dem Sinn nimmt es die persönlichen Voraussetzungen für ein gutes, als sinnvoll erfahrenes Leben in den Blick.

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Logotherapie und Existenzanalyse:

Philosophisches Wurzelwerk

  • Als existentielle Ansätze gehen LT & EA davon aus, dass Belastungen, Anfechtungen, Konflikte, Krisen- oder Leidensdruck letztlich aus der Konfrontation mit grundlegenden Tatsachen des menschlichen Daseins resultieren – Tatsachen also, mit denen jeder Mensch seinen Umgang finden muss.
  • Daher überrascht es nicht, dass sich wesentliche Gedanken in LT & EA aus der Existenzphilosophie herleiten. Diese befasst sich mit der Eigenart menschlicher Existenz (z.B. im Unterschied zu anderen Lebewesen) und welche Möglichkeiten und Anforderungen daraus dem Einzelnen erwachsen. Die Existenzphilosophie fragt nach der persönlichen Freiheit und Verantwortung des Individuums, sein je eigenes, einmaliges Leben zu führen: Mein Leben wurde mir in die Hand gelegt und was nun fange ich damit an? Was will ich tun, mit diesem Leben unter den mir gegebenen Bedingungen? … in einer endlichen Zeit? … im Zusammenhang mit anderen Menschen? … ohne Vorgabe, wie ich mein Leben zu bewerkstelligen habe oder worum es sich drehen soll? Das liegt in meiner ureigenen Verantwortung. Existenz ist unvertretbar – es ist an mir persönlich, mein Dasein zu gestalten.
  • In diesem Sinne möchten LT & EA Menschen dabei unterstützen, ihren persönlichen Weg zu finden und die Dinge im Leben mit Entschiedenheit und aus einer inneren Freiheit heraus zu tun – nicht, weil sie innerlich oder äußerlich dazu getrieben wären. Sie möchten Menschen darin stärken, selbstverantwortlich zu handeln und ihr Leben unter den jeweiligen Umständen authentisch und mit innerer Zustimmung zu führen – auch dann, wenn es krisenhaft oder belastetet ist.

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Menschsein:

Freiheit, Entscheidung und Verantwortung

  • Mit dem existenzphilosophischen Wurzelwerk von LT & EA ist ein bestimmter Blick auf den Menschen verbunden – eine bestimmte Auffassung von seiner ‚Beschaffenheit‘ und seinen Potentialen. In der Sicht von LT & EA haben wir als Menschen unseren Körper mit seinem Befinden und unsere Psyche mit ihren Empfindungen – überdies tragen wir eine geistige Dimension in uns, die es uns ermöglicht „auf Abstand zu uns selbst und in einen Umgang mit uns selbst“ zu kommen.
  • Als Mensch bin ich mehr als ein Spielball physischer und psychischer Dynamiken. Vermöge meiner geistigen Dimension kann ich mich zu inneren Bedürfnissen ebenso wie zu äußeren Umständen verhalten, will sagen: Ich muss einem Reiz, einem Impuls, einer Gewohnheit oder einer Forderung, nicht zwingend oder unmittelbar nachkommen, sondern innerlich kann ich (potenziell) einen Schritt zurücktreten, abwägen und entscheiden, wie ich damit umgehen will. Selbst im Hinblick auf etwas, das ich nicht beeinflussen kann, besitze ich als Mensch immer noch eine innere Freiheit, welche Haltung ich gegenüber dem Unabänderlichen einnehme (ich kann mich z.B. dazu entscheiden, etwas, das ich nicht ändern kann, anzunehmen). Leben ist nicht frei von inneren wie äußeren Bedingtheiten, aber ich bin frei darin, wie ich zu ihnen Stellung nehme – wie ich mich zu ihnen einstelle und verhalte.
  • Vermöge des Geistigen kann der Mensch auf Distanz zu sich selbst kommen und das eröffnet ihm einen Freiheitsspielraum, …
  • … um sich in seinem Fühlen und Reagieren zu verstehen
  • … um innerlich Stellung zu nehmen und einen Willen zu bilden
  • … um Entscheidungen zu treffen und Verantwortung wahrzunehmen
  • … um sinnvoll zu handeln und authentisch zu leben.
  • LT & EA richten sich insbesondere an die geistige Dimension und wollen dazu beitragen, dass Menschen ihren inneren Freiheitsspielraum wahrnehmen, weiten und nutzen. Auf diesem Wege möchten sie ihnen ein ‘geistiges Rüstzeug‘ vermitteln, um ihr Leben eigenverantwortlich und authentisch zu gestalten.

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Menschsein:

Wert- und Sinnerleben

  • In der geistigen Dimension sind Geschicke wie Selbst-Distanzierung, Willensbildung, Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit beheimatet sowie ein Gespür für das Wert- und Sinnvolle. LT & EA zufolge besitzen wir Menschen einen “Willen zum Sinn“, d.h. wir haben nicht an uns selbst genug, sondern wollen wirksam werden – für etwas gut sein im Leben. Wir fragen nach dem Wofür unseres Daseins und nach einer sinnvollen Perspektive für unser Tun. Als Menschen sind wir also nicht allein motiviert durch unsere Bedürfnisse (psychisch), sondern streben überdies nach Wert- und Sinnvollem (geistig).
  • Existentiell Wertvolles geht nun nicht in einer allgemeinen Wertvorstellung auf, sondern ist etwas, das ich persönlich als wertvoll empfinde: Etwas, das mein Herz berührt – das mich emotional bewegt und in Bewegung bringt. Dort, wo wir Wertvolles in unseren Lebenszusammenhang einbringen, erleben wir Sinnhaftigkeit – dort fühlt es sich richtig und stimmig an (selbst dann, wenn es nicht leicht ist) …
  • … und dort geht es auf dem Lebensweg entlang: Ohne einen Sinn vor Augen, ohne ihn zu ahnen oder wenigstens auf ihn zu hoffen, können wir weder etwas wollen noch handeln, weder Krisen durchhalten noch Schweres aushalten. Daher unterstützen LT & EA Menschen bei Ihrer Suche nach Wert und Sinn – nach Orientierung und Perspektive.

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Menschsein:

Reagieren und Handeln

  • Bei Viktor Frankl ist zu lesen: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. Und in diesem Raum liegt Freiheit“ – die Freiheit der Person handeln zu können, statt reagieren zu müssen. Reagieren und Handeln, worin besteht der Unterschied?
  • Reagieren ist spontanes, unüberlegtes, automatisiertes Verhalten. Wir reagieren aus Erfahrungen und Prägungen, aus Bedürftigkeit und Ängsten, aus Verletzungen und Schutzmechanismen, aus Erwartungen und Ansprüchen, aus Gewohnheiten und Konventionen heraus. Es gibt Situationen im Leben, in denen ist das hilfreich, notwendig, mitunter sogar überlebenswichtig. Es gibt andere Situationen, in denen ist Reagieren weniger hilfreich, weil wir uns dann übereilt auf eine Weise verhalten, wie wir es eigentlich nicht wollen – weil wir uns dann selbst, unserem Gegenüber und/ oder der Situation nicht gerecht werden. Tatsächlich bleibt beim schnellen Reagieren keine Zeit uns zu fragen, ob das der beste Weg oder die wertvollste Möglichkeit in der Situation ist – ob wir unserem Verhalten zustimmen und ‚das wirklich so wollen‘. In der Reaktion treffen wir keine verantwortete Entscheidung. Reagieren ist nicht frei, sondern folgt festgelegten Bahnen: auf Reiz folgt Reaktion.
  • Wir können es jedoch schaffen, Reiz und Reaktion auf Abstand zu bringen, indem wir unsere Reaktionsmuster verstehen lernen… und innehalten (vgl. Selbst-Distanz). So entsteht ein innerer Raum, …
  • … um fühlen und reflektieren zu können
  • … um stellungnehmen und entscheiden zu können, wie ich auf das, was mir entgegenkommt, antworten will…
  • … das macht Handeln aus: Verstehen, warum ich etwas tue und mit welchem Ziel; verstehen, worum es mir geht und woraufhin ich unterwegs bin. Die Handlung ist anfragbar auf einen guten Grund. Sie ist eine verantwortete Antwort, getragen von Entschiedenheit und Zustimmung.
  • LT & EA möchten Menschen zum Handeln anregen, denn Handlung ist aktive und persönliche Lebensgestaltung.

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Menschsein:

Dialog

  • Die Wortbedeutung von Dialog lautet „Unterredung, Gespräch, Zwiegespräch.“ Als Mensch ist es mir möglich, in einen Dialog zu treten – mit anderen, mit der Welt, mit mir selbst. Auch das Leben ist seinem Charakter nach dialogisch: Fortwährend befinde ich mich in Auseinandersetzung mit etwas, das mir entgegenkommt (aus der Außen- oder der Innenwelt). Wie verhalte ich mich dazu? Wie stelle ich mich dazu ein? Wie gehe ich damit um? Immer wieder heißt es erneut, die äußeren und inneren Gegebenheiten auszuloten und abzustimmen:
  • Wie sehen die äußeren Bedingungen der Situation aus, in der ich mich befinde? Welche Möglichkeiten und Grenzen zeigen sich?
  • Und wie sieht es in mir selbst aus? Was fühle ich? Was liegt mir am Herzen (Beweggründe) und was ist mir unter den Umständen möglich? Wozu bin ich in der Lage (Fähigkeiten) und wieviel Energie ist da?
  • Um zu entscheiden, wie ich in einer Lebenslage handeln kann, mag, will und sollte, muss ich mich ins Benehmen setzen (ins Gespräch begeben): mit der Situation und mit mir selbst. Diese grundsätzliche Dialog-Fähigkeit des Menschen ist die Voraussetzung für persönliche Stellungnahme, verantwortungsvolle Entscheidung und sinnhaftes Handeln. Deswegen möchten LT & EA das Bewusstsein für den Dialog mit der Welt und sich selbst schärfen.

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Existenz:

Vom Leben angefragt

  • In der Perspektive von LT & EA ist der Mensch fähig zum Dialog… und seine Grundverfassung besteht darin, vom Leben angefragt zu sein: „Es geht im Grunde nicht darum, zu fragen, was man vom Leben zu erwarten habe (…). Es geht vielmehr darum, sich umgekehrt vom Leben befragen zu lassen und darauf zu achten, was das Leben von einem verlangt. Und es kommt darauf an, die Frage der Stunde, des Augenblicks, der Situation zu verstehen und darauf seine ganz persönliche Antwort zu geben.“ (Viktor Frankl)
  • Als Mensch bin ich in Austausch mit dem, was mir begegnet. Jede Lebenssituation, jeder Tag und jede Stunde sprechen mich an. Was immer ich wahrnehme, ist eine Anfrage an mich, vielleicht auch eine Forderung oder ein Angebot – es eröffnet Möglichkeiten und fragt mich zumindest: Was fängst du damit an? Wie willst du damit umgehen?
  • Mit jeder Antwort, die ich auf die Anfragen des Lebens gebe, gestalte ich mein Leben mit. Damit es zu meinem eigenen Leben wird, braucht es meine persönlichen Antworten: Antworten, die mir im Hinblick auf die vorhandenen Bedingungen, auf meine Gefühle und Fähigkeiten sowie auf meine Potentiale und Grenzen möglich sind. Antworten, die mir entsprechen; die ich als stimmig erlebe und als sinnvoll erachte – Antworten, die meine Zustimmung tragen.
  • Mensch zu sein heißt angefragt zu sein – sein Leben zu führen heißt Antwort zu geben… und so motivieren LT & EA zur Suche nach den eigenen, sinnvollen Antworten auf die Anfragen einer konkreten Lebenssituation.

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Existenz:

Mit innerer Zustimmung leben

  • LT & EA möchten Menschen dafür sensibilisieren, ihr Leben mit innerer Zustimmung zu leben. Worum geht es dabei?
  • Seine Zustimmung zu geben heißt, dass ich JA zu etwas sage. Das fällt nicht weiter schwer, wenn sich das Leben von seiner sonnigen Seite zeigt und ich mag, womit ich befasst bin. Wie aber ist das in schwierigen Zeiten, in herausfordernden Situationen, bei Belastung, Krise oder Leid? Wie soll ich da innere Zustimmung finden können?
  • Zustimmung hat etwas mit Abstimmung und Stimmigkeit zu tun: Es gilt zu klären, was mir angesichts der äußeren und inneren Gegebenheiten einer Situation möglich ist (Abstimmung), die wertvollste Möglichkeit zu wählen (Stimmigkeit) und mich in die getroffene Wahl einzulassen (Zustimmung). Innere Zustimmung ist kein JA zu allem, was mir begegnet, sondern ein JA zu meiner Entscheidung, wie ich damit umgehen will.
  • Das Leben besteht nicht nur aus ‚Mögen‘. Es gibt auch Forderndes und Schweres, unfreiwilliges Müssen und ungeliebte Pflichten, unbeteiligtes Funktionieren und gleichgültiges Erledigen – manche Situationen oder Aufgaben widerstreben mir. Aber vielleicht gibt es einen guten Grund, warum ich mich doch hineinfüge, etwas übernehme oder auf mich nehme… Innere Zustimmung erfordert, dass ich Dinge nicht gedankenlos abwickle, sondern mich nach meinen Beweggründen befrage, warum und wofür es gut ist.
  • Seine Zustimmung zu geben heißt, dass ich JA zu etwas sage – genauer: dass ich mit Bedacht und Entschiedenheit, aus guten Gründen und mit einem Gefühl der Stimmigkeit in etwas einwillige. So hole ich mich hinein in das, was ich erlebe und tue – so verbinde ich mich mit meinem Leben.

9

Existenz:

Das Meinige leben

  • Die Suche nach innerer Zustimmung spielt in das Anliegen von LT & EA hinein Menschen zu ermutigen, sich ihr Leben zu eigen zu machen: Ich lebe, aber fühlt sich mein Leben auch nach meinem Leben an? Gebe ich authentische Antworten auf die Anfragen und Anforderungen des Lebens? Ist es mein persönlicher Weg, den ich gehe?
  • Im Alltag lebt man oftmals oberflächlich entlang von Gewohnheiten, Konventionen oder Erwartungen. Man macht etwas, weil man es immer so gemacht hat, weil es sich so gehört oder weil andere es so machen – aber passt das auch zu mir und stehe ich dazu? Wie empfinde ich etwas und was halte ich davon? Wie kann, mag und will ich etwas handhaben – wie kann, mag und will ich leben? Eine solche Selbst-Befragung sensibilisiert dafür, mit den Anfragen und Aufgaben des Lebens nicht einfach zu verfahren, wie ‘die anderen‘, sondern möglichst so, wie es mir persönlich entspricht – wie ich es als richtig, wichtig und wertvoll empfinde – wie ich es verantworten kann – mit meiner inneren Zustimmung.
  • Ungefragt wird uns unser Leben geschenkt… und dann heißt es, sich sein Leben anzueignen und persönlich zu gestalten. Dabei bieten LT & EA Menschen Beratung und Begleitung an.

Mein Leben fragt mich an und ich gebe meine Antwort darauf: eine Antwort, die mir möglich ist, die mir entspricht und die meine innere Zustimmung trägt.

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